Peter Meier-Bergfeld

Peter Meier-Bergfeld

† 08.05.2019
Erstellt von Dieter Meier
Angelegt am 12.05.2019
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Gedenkkerze

Dieter Meier

Entzündet am 17.05.2019 um 23:19 Uhr

Danke Herr Dr.Olt für die Laudatio  für meinen  geliebten Bruder Peter den ich so vermise..ich danke allen  die Peter die letzte Ehre  erwiesen haben.

 

 

Dankeschön.

 

Dieter Meier

Gedenkkerze

Dr. Thomas Gundelach

Entzündet am 17.05.2019 um 22:49 Uhr

Ruhe in Frieden, alter Freund!

Du warst ein Löwe in der Wüste der Lauen und der Opportunisten.

Als letzten Gruß noch einmal Gottfried Benn:

"Wenn die Brücken, wenn die Bogen

von der Steppe aufgesogen

und die Burg im Sand verrinnt,

wenn die Häuser leer geworden,

wenn die Heere und die Horden

über unseren Gräbern sind,

 

eines kann man nicht vertreiben:

dieser Steine Male bleiben

Löwen noch im Wüstensand,

wenn die Mauern niederbrechen,

werden noch die Trümmer sprechen

von dem großen Abendland."

Kondolenz

+Petrus Majordomus+

17.05.2019 um 17:57 Uhr von Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard Olt
Meine Worte zum Heimgang Prof. Peter Meier-Bergfelds M.A. entsprechen der Laudatio, die ich auf ihn aus Anlaß der Verleihung des Otto-von-Habsburg Journalistenpreises der Europ. Vereinigung von Tageszeitungen in Minderheiten- und Regionalsprachen (MIDAS) in Bozen hielt Mit der Verleihung des Otto-von-Habsburg-Journalistenpreises ehren wir eine Persönlichkeit, die sich, wie ihr Stiftungspate, als historisch-politisch engagierter Publizist einen Namen gemacht hat. Prof. Peter Meier-Bergfeld steht, wie der Sohn des letzten österreichisch-ungarischen Monarchen, für ein Europa, das sich aus der Tradition seines christlichen Menschenbildes heraus zu Menschenrechten, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit als Grundprinzipien seiner gesellschaftlichen und staatspolitischen Ordnung bekennt und in der Vielfalt der Kulturen seinen besonderen Reichtum erkennt. Der Einsatz für nationale und ethnische Minderheiten ist ihm stets ein Anliegen. Dabei sind sein Gesichtskreis, sein journalistisch-publizistischer Aktionsradius und seine persönliche Motivation naturgemäß auf das europäische Ganze gerichtet. Wobei just die nationalitätenpolitischen Leistungen und Errungenschaften der Donaumonarchie immer wieder als historische Folie für ihn dienen. Das ist kein Zufall, war doch die Idee des friedlichen und gleichberechtigten Zusammenlebens vieler Ethnien, Sprachen und Kulturen, zum gegenseitigen Vorteil befruchtend, schon seit 1867 als Grundbestimmung des alten Österreich in Art.19 der Verfassung niedergelegt. Auch in der ungarischen Reichshälfte war das Recht auf Unterricht in der Muttersprache und auf deren Gebrauch im Verkehr mit Behörden als Grundprinzip des gleichberechtigten Zusammenlebens der verschiedenen Nationalitäten im Gesetz Nr. XLIV von 1868 verankert, wenngleich es dann leider nicht zur Ausführung kam. So bewahrheitet sich eben Grillparzers weiser Satz von Österreich als der kleinen Welt, in der die große ihre Probe hält. Denn 1998, als mit dem Rahmenübereinkommen des Europarats zum Schutze nationaler Minderheiten das erste europäische Völkerrechtsinstrument des Minderheitenschutzes in Kraft getreten ist, wurde dieses Grundprinzip Österreich-Ungarns von 1867/68 mit 130 Jahren Verspätung für ganz Europa eingeführt. 34 europäische Staaten, d.h. bis auf Frankreich und die Türkei, welch letztere unser Preisträger wie viele andere auch, als nicht zu Europa gehörig erachtet, haben alle für die Nationalitätenfrage relevanten Staaten Europas diese Rahmenkonvention gezeichnet und dieses Prinzip übernommen. Was Meier-Bergfeld von alldem aufgriff? Kursorisch greife ich einiges heraus aus der Fülle: Ein großes Portrait Otto v. Habsburgs als EU-Parlamentsabgeordneter, den er mehrere Tage in Straßburg begleitet hat; Besprechungen seiner Bücher. Die Reportage über die Beerdigung der letzten Kaiserin, Zitas von Bourbon-Parma. Den Report über die „Zweite Menschenrechtskonferenz" der Vereinten Nationen (UN) in Wien; ein kritisches Porträt der „Beobachtungsstelle gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit" der EU in Wien. Die Lage der katholischen Kirche in Slowenien und Kroatien geschildert, auch die der dort jeweils lebenden ethnischen Minderheiten. Dasselbe gilt für die Slowenen in Kärnten und ihren Restbestand in der Steiermark.Eine Reportage aus dem Internationalen Gymnasium „Adriatic College“ in Duino, einem Versöhnungswerk in diesem Raum. Ein Interview in Triest mit dem „assessore" für Tourismus brach Meier-Bergfeld ab, weil der auf die Frage nach der Lage der slowenischen Minderheit in Stadt und Region die Antwort verweigerte. In Osijek (Esseg/Essek) die deutsche Minderheit porträttiert, in Czernowitz die dortige. Wobei er dem österreichischen Botschafter in der Ukraine widersprach, der vom deutschen Kulturverein dort verlangte, die Mitglieder hätten sich aufzuspalten in Deutsche und Altösterreicher. An Anton Zelger im RM-Porträt erinnert, den großen Landesrat für Kultur und Schule, der das 29 Jahre lang war (1960-89) und dem der Erhalt der deutschen Muttersprache im annektierten Südtirol ganz wesentlich zu verdanken ist. Der damalige Regierungschef Vladimír Meciar verlangte vom Studioleiter des slowakischen Fernsehens, Meier-Bergfeld aus einer Sendung über Meciars Politik auszuschließen, in der es auch um die Lage der Minderheiten im Lande, einschließlich der Zipser Deutschen ging. Weil sich die anderen Auslandskorrespondenten solidarisch zeigten, durfte er doch teilnehmen. Die Situation der Protestanten A.B. und H.B. in Österreich beschrieben, die ja Minderheitenkirchen sind, und die Bischöfe Sturm und Bünker portraitiert. Und immer wieder Triest, wo sich Germania, Romania, Slavica überlappen. Die mehrmalige Beschäftigung Meier-Bergfelds mit dem Werk des Germanisten Claudio Magris, mit dessen universitärem Standort sowie dem slowenisch-kroatisch geprägten Hinterland von Triest, einschließlich Istriens, darf daher hier nicht unerwähnt bleiben. Die Konfrontation mit den Verwerfungen auch nicht, die dort – wie hier im südlichen Teil Tirols - im Namen der „ewigen Italianità“ mit Entnationalisierung und Homogenisierung einhergingen. Und dann, bei Vorgabe des Topos von der „Befreiung vom Faschismus“, Segregation, Lagertod, Klassen- und Massenmord nach sich zogen. Daß ein Historiker wie Meier-Bergfeld davor die Augen nicht verschließen kann, ist klar. Ja, den weiland österreichisch-ungarischen Kosmos hat er zur Gänze durchstreift und auf vielfältige Weise und auf seine unnachahmliche Art beschrieben. Vom Elsaß (einst Vorderösterreich) bis Czernowitz/Bukowina, von Innsbruck bis Venedig und Triest, von Opatija/Abbazzia/St. Jakob nach Dubrovnik und Kotor/Catarro reportierte er für seine Leser. Wenn man die ganze Breite von Meier-Bergfelds einfühlsamer Durchdringung dessen, was diesen Habsburgischen Kosmos ausmacht und wie dieser in der Vielfalt der Nationen – der großen wie der kleinen – lebendig ist, die einmal unter und mit und neben der Doppelmonarchie, aber auch gegen sie ihre Existenz und ihr Dasein bestimmte, so nimmt man am besten eines seiner Bücher zur Hand, betitelt „Volk, begnadet für das Schöne?“ Mit dem, was da auf mehr als vierhundert Seiten ausgebreitet ist, versteht er es meisterhaft, uns das Fortwirken jenes Habsburgischen Geistes zu vermitteln. Vor allem in seinen luziden Reiseschilderungen vermag er zu überzeugen, es sind jedes Mal die aus dem reichen Fundus des Geschichtsmächtigen schöpfenden historischen Exkursionen, die uns berühren. Daß das so ist, dass wir Erkenntnisgewinn und also Nutzen daraus ziehen, entspringt der Klarheit der Gedanken, in der er diese kleinteilige Welt vor uns ausbreitet. Und weil die Arbeit am Wort, am Ausdruck, an der Sprache selbst, derer er sich befleißigt, Arbeit am Gedanken ist und an seiner Vergegenständlichung im Text, damit wesentlich ist für den „Überschlag des Funkens“ und also für das, was man in der Philologie „Gelingen der Kommunikation“ nennt, breitet er diese Welt nicht nur gefällig vor uns aus, sondern so eingängig für uns auf, daß wir uns sofort darin zurechtfinden. Man beklagt heutzutage, nicht zu Unrecht, den allmählichen Verfall des Journalismus, seiner Sprach- und Begriffskultur, auch seines Ethos. Meier-Bergfeld ist eines der äußerst rar gewordenen Gegenbeispiele, ein Journalist mit reichem Bildungshintergrund und deshalb in der Lage, selbst die kompliziertesten Sachverhalte auszuleuchten, oft nur mit wenigen treffenden Strichen, Probleme mit Tiefenblick zu veranschaulichen und also dem Verständnis zugänglich zu machen. Im Vorwort zu diesem Buch habe ich ihn einen „preußischen Kakanier" genannt. In der Tat stammt Meier-Bergfeld aus den einst preußischen Rheinlanden. In Nachrodt (Westfalen) wurde er 1950 geboren. Nach der Gymnasialzeit studierte er von 1968 bis 1976 Germanistik, Geschichte, Politik, Pädagogik und Philosophie an der Universität Bonn. Schon während des Studiums, 1974, übernahm er die Pressestelle des Bundes »Freiheit der Wissenschaft«. Dann wurde er Gymnasiallehrer für Deutsch, Geschichte und Rechtskunde in der Eifel. Den jungen Studienrat holte sich die legendäre Berliner Schulsenatorin Hanna Renate Laurien als Pressereferenten. Zurück in den Schuldienst wollte er nicht mehr, er gab die gesicherte Beamten-Karriere zugunsten seiner publizistischen Leidenschaft auf. Von 1986 an war er als freier Journalist tätig, schrieb für die „Aachener Volkszeitung“, für „Das Parlament“, für das „Hamburger Abendblatt“ und den „Schwarzwälder Boten“, für „Deutsche Zeitung / Christ und Welt“ und für den „Rheinischen Merkur“, bei dem er dann fest anheuerte und zu dessen Edelfedern er zählt. Alsbald kam er nach Graz, um von hier aus vom Balkankrieg zu berichten. Mit dem Dayton-Abkommen 1995 war die Aufgabe eigentlich erledigt. Doch er blieb an diesem idealen Grenzland-Standort, schwärmte aus und lieferte Beiträge für alle Ressorts seines Blattes, heute ein Abonnementsteil der Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“. All das fand und findet großen Anklang. Für seine Leistungen wurde er auch andernorts bereits ausgezeichnet.So heftete Waltraud Klasnic, seinerzeit Landeshauptmann, ihrem Wahl-Steirer, der ihr so manche Rede schrieb, das Goldene Ehrenzeichen des Bundeslandes an die Brust. Und Elisabeth Gehrer, die damalige österreichische Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur, verlieh ihm in Anerkennung seiner Verdienste den ihm vom österreichischen Bundespräsidenten Klestil zuerkannten Professoren-Titel. MIDAS, die Europäische Vereinigung von Tageszeitungen in Minderheiten- oder Regionalsprachen, steht dem nicht nach. Weshalb ihr Vorstand Prof. Meier Bergfeld zum neuen Träger des Otto-von-Habsburg-Journalistenpreises auserkor. RIP Petrus Majordomus Campomontanum!

Gedenkkerze

Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard Olt

Entzündet am 17.05.2019 um 17:30 Uhr

In meiner Laudatio, die ich auf PMB - so sein journalistisches Kürzel - aus Anlaß der Verleihung des "Otto von Habsburg-Journalistenpreises in Bozen hielt, ist vieles von dem enthalten, was den verstorbenen Freund und Kollegen auszeichnete. "Mit der Verleihung des Otto-von-Habsburg-Journalistenpreises ehren wir eine Persönlichkeit, die sich, wie ihr Stiftungspate, als historisch-politisch engagierter Publizist einen Namen gemacht hat. Prof. Peter Meier-Bergfeld steht, wie der Sohn des letzten österreichisch-ungarischen Monarchen, für ein Europa, das sich aus der Tradition seines christlichen Menschenbildes heraus zu Menschenrechten, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit als Grundprinzipien seiner gesellschaftlichen und staatspolitischen Ordnung bekennt und in der Vielfalt der Kulturen seinen besonderen Reichtum erkennt. Der Einsatz für nationale und ethnische Minderheiten ist ihm stets ein Anliegen. Dabei sind sein Gesichtskreis, sein journalistisch-publizistischer Aktionsradius und seine persönliche Motivation naturgemäß auf das europäische Ganze gerichtet. Wobei just die nationalitätenpolitischen Leistungen und Errungenschaften der Donaumonarchie immer wieder als historische Folie für ihn dienen. Das ist kein Zufall, war doch die Idee des friedlichen und gleichberechtigten Zusammenlebens vieler Ethnien, Sprachen und Kulturen, zum gegenseitigen Vorteil befruchtend, schon seit 1867 als Grundbestimmung des alten Österreich in Art.19 der Verfassung niedergelegt. Auch in der ungarischen Reichshälfte war das Recht auf Unterricht in der Muttersprache und auf deren Gebrauch im Verkehr mit Behörden als Grundprinzip des gleichberechtigten Zusammenlebens der verschiedenen Nationalitäten im Gesetz Nr. XLIV von 1868 verankert, wenngleich es dann leider nicht zur Ausführung kam. So bewahrheitet sich eben Grillparzers weiser Satz von Österreich als der kleinen Welt, in der die große ihre Probe hält. Denn 1998, als mit dem Rahmenübereinkommen des Europarats zum Schutze nationaler Minderheiten das erste europäische Völkerrechtsinstrument des Minderheitenschutzes in Kraft getreten ist, wurde dieses Grundprinzip Österreich-Ungarns von 1867/68 mit 130 Jahren Verspätung für ganz Europa eingeführt. Was Meier-Bergfeld von alldem aufgriff? Kursorisch greife ich einiges heraus aus der Fülle: Ein großes Portrait Otto v. Habsburgs als EU-Parlamentsabgeordneter, den er mehrere Tage in Straßburg begleitet hat; Besprechungen seiner Bücher. Die Reportage über die Beerdigung der letzten Kaiserin, Zitas von Bourbon-Parma. Den Report über die „Zweite Menschenrechtskonferenz" der Vereinten Nationen (UN) in Wien; ein kritisches Porträt der „Beobachtungsstelle gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit" der EU in Wien. Die Lage der katholischen Kirche in Slowenien und Kroatien geschildert, auch die der dort jeweils lebenden ethnischen Minderheiten. Dasselbe gilt für die Slowenen in Kärnten und ihren Restbestand in der Steiermark. Eine Reportage aus dem Internationalen Gymnasium „Adriatic College“ in Duino, einem Versöhnungswerk in diesem Raum. Ein Interview in Triest mit dem „assessore" für Tourismus brach Meier-Bergfeld ab, weil der auf die Frage nach der Lage der slowenischen Minderheit in Stadt und Region die Antwort verweigerte. In Osijek (Esseg/Essek) die deutsche Minderheit porträttiert, in Czernowitz die dortige. Wobei er dem österreichischen Botschafter in der Ukraine widersprach, der vom deutschen Kulturverein dort verlangte, die Mitglieder hätten sich aufzuspalten in Deutsche und Altösterreicher. An Anton Zelger im RM-Porträt erinnert, den großen Landesrat für Kultur und Schule, der das 29 Jahre lang war (1960-89) und dem der Erhalt der deutschen Muttersprache im annektierten Südtirol ganz wesentlich zu verdanken ist. Der damalige Regierungschef Vladimír Meciar verlangte vom Studioleiter des slowakischen Fernsehens, Meier-Bergfeld aus einer Sendung über Meciars Politik auszuschließen, in der es auch um die Lage der Minderheiten im Lande, einschließlich der Zipser Deutschen ging. Weil sich die anderen Auslandskorrespondenten solidarisch zeigten, durfte er doch teilnehmen. Die Situation der Protestanten A.B. und H.B. in Österreich beschrieben, die ja Minderheitenkirchen sind, und die Bischöfe Sturm und Bünker portraitiert. Und immer wieder Triest, wo sich Germania, Romania, Slavica überlappen. Die mehrmalige Beschäftigung Meier-Bergfelds mit dem Werk des Germanisten Claudio Magris, mit dessen universitärem Standort sowie dem slowenisch-kroatisch geprägten Hinterland von Triest, einschließlich Istriens, darf daher hier nicht unerwähnt bleiben. Die Konfrontation mit den Verwerfungen auch nicht, die dort – wie hier im südlichen Teil Tirols - im Namen der „ewigen Italianità“ mit Entnationalisierung und Homogenisierung einhergingen. Und dann, bei Vorgabe des Topos von der „Befreiung vom Faschismus“, Segregation, Lagertod, Klassen- und Massenmord nach sich zogen. Daß ein Historiker wie Meier-Bergfeld davor die Augen nicht verschließen kann, ist klar. Ja, den weiland österreichisch-ungarischen Kosmos hat er zur Gänze durchstreift und auf vielfältige Weise und auf seine unnachahmliche Art beschrieben. Vom Elsaß (einst Vorderösterreich) bis Czernowitz/Bukowina, von Innsbruck bis Venedig und Triest, von Opatija/Abbazzia/St. Jakob nach Dubrovnik und Kotor/Catarro reportierte er für seine Leser. Wenn man die ganze Breite von Meier-Bergfelds einfühlsamer Durchdringung dessen, was diesen Habsburgischen Kosmos ausmacht und wie dieser in der Vielfalt der Nationen – der großen wie der kleinen – lebendig ist, die einmal unter und mit und neben der Doppelmonarchie, aber auch gegen sie ihre Existenz und ihr Dasein bestimmte, so nimmt man am besten eines seiner Bücher zur Hand, betitelt „Volk, begnadet für das Schöne?“ Mit dem, was da auf mehr als vierhundert Seiten ausgebreitet ist, versteht er es meisterhaft, uns das Fortwirken jenes Habsburgischen Geistes zu vermitteln. Vor allem in seinen luziden Reiseschilderungen vermag er zu überzeugen, es sind jedes Mal die aus dem reichen Fundus des Geschichtsmächtigen schöpfenden historischen Exkursionen, die uns berühren. Daß das so ist, dass wir Erkenntnisgewinn und also Nutzen daraus ziehen, entspringt der Klarheit der Gedanken, in der er diese kleinteilige Welt vor uns ausbreitet. Und weil die Arbeit am Wort, am Ausdruck, an der Sprache selbst, derer er sich befleißigt, Arbeit am Gedanken ist und an seiner Vergegenständlichung im Text, damit wesentlich ist für den „Überschlag des Funkens“ und also für das, was man in der Philologie „Gelingen der Kommunikation“ nennt, breitet er diese Welt nicht nur gefällig vor uns aus, sondern so eingängig für uns auf, daß wir uns sofort darin zurechtfinden. Man beklagt heutzutage, nicht zu Unrecht, den allmählichen Verfall des Journalismus, seiner Sprach- und Begriffskultur, auch seines Ethos. Meier-Bergfeld ist eines der äußerst rar gewordenen Gegenbeispiele, ein Journalist mit reichem Bildungshintergrund und deshalb in der Lage, selbst die kompliziertesten Sachverhalte auszuleuchten, oft nur mit wenigen treffenden Strichen, Probleme mit Tiefenblick zu veranschaulichen und also dem Verständnis zugänglich zu machen. Im Vorwort zu diesem Buch habe ich ihn einen „preußischen Kakanier" genannt. In der Tat stammt Meier-Bergfeld aus den einst preußischen Rheinlanden. In Nachrodt (Westfalen) wurde er 1950 geboren. Nach der Gymnasialzeit studierte er von 1968 bis 1976 Germanistik, Geschichte, Politik, Pädagogik und Philosophie an der Universität Bonn. Schon während des Studiums, 1974, übernahm er die Pressestelle des Bundes »Freiheit der Wissenschaft«. Dann wurde er Gymnasiallehrer für Deutsch, Geschichte und Rechtskunde in der Eifel. Den jungen Studienrat holte sich die legendäre Berliner Schulsenatorin Hanna Renate Laurien als Pressereferenten. Zurück in den Schuldienst wollte er nicht mehr, er gab die gesicherte Beamten-Karriere zugunsten seiner publizistischen Leidenschaft auf. Von 1986 an war er als freier Journalist tätig, schrieb für die „Aachener Volkszeitung“, für „Das Parlament“, für das „Hamburger Abendblatt“ und den „Schwarzwälder Boten“, für „Deutsche Zeitung / Christ und Welt“ und für den „Rheinischen Merkur“, bei dem er dann fest anheuerte und zu dessen Edelfedern er zählt. Alsbald kam er nach Graz, um von hier aus vom Balkankrieg zu berichten. Mit dem Dayton-Abkommen 1995 war die Aufgabe eigentlich erledigt. Doch er blieb an diesem idealen Grenzland-Standort, schwärmte aus und lieferte Beiträge für alle Ressorts seines Blattes, heute ein Abonnementsteil der Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“. All das fand und findet großen Anklang. Für seine Leistungen wurde er auch andernorts bereits ausgezeichnet. So heftete Waltraud Klasnic, seinerzeit Landeshauptmann, ihrem Wahl-Steirer, der ihr so manche Rede schrieb, das Goldene Ehrenzeichen des Bundeslandes an die Brust. Und Elisabeth Gehrer, die damalige österreichische Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur, verlieh ihm in Anerkennung seiner Verdienste den ihm vom österreichischen Bundespräsidenten Klestil zuerkannten Professoren-Titel. MIDAS, die Europäische Vereinigung von Tageszeitungen in Minderheiten- oder Regionalsprachen, steht dem nicht nach. Weshalb ihr Vorstand Prof. Meier Bergfeld zum neuen Träger des Otto-von-Habsburg-Journalistenpreises auserkor. Herzliche Gratulation.

Gedenkkerze

Dieter Meier

Entzündet am 16.05.2019 um 15:05 Uhr

 

So wie du warst

 

Dein Dich ewig liebender Bruder,Didi,Dieter  

https://www.youtube.com/watch?v=xkyc3zrTDcU

 

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