Josef Taucher

Josef Taucher

* 04.08.1948
† 23.03.2022
Erstellt von Christine Hollerer
Angelegt am 29.03.2022
1.365 Besuche

Neueste Einträge (18)

Gedenkkerze

Die marmornen Speere,

Entzündet am 23.08.2022 um 11:33 Uhr

Er warf seine marmornen Speere 

In das Blau 

Der Raum 

Zerbrach 

Die Zeit 

Verflüchtigte 

Sich 

Und 

plötzlich sah 

er 

Gedenkkerze

Christine Hollerer

Entzündet am 28.04.2022 um 21:27 Uhr

ZEIT

ICH FLIEGE AUF MEINER BLAUEN KRAEHE UNTER MIR ZERBROESELN GEBIRGE GRAEBEN REISSEN AUF FUELLEN SICH MIT DEM SCHUTT SYNKLINALTROEGE SINKEN AB STAFFELBRUECHE KONTINENTALPLATTEN WERDEN AUGESCHOBEN SUBDUKTIONSZONEN VERSCHLINGEN KONTINENTE DAS MEER DRINGT VOR UND ZIEHT SICH WIEDER ZURUECK DAS LAND WIRD GRUEN DANN WIEDER BRAUN STEINIG WIEDER GRUEN BEI EINEM FLUEGELSCHLAG 

Text (c) Josef Taucher

Kondolenz

JOSEF TAUCHER in memoriam

09.04.2022 um 14:19 Uhr von Christine Hollerer

„Josef Taucher hat die Berge gemalt, als sei er einer von ihnen. Nun teilt der Maler, Zeichner, Bergsteiger und Mineraloge mit ihnen ihre Zeitlosigkeit. Bei jedem Blick hinauf in die Berge wird an den steirischen Ausnahmekünstler gedacht werden.“

Kunst und Wissenschaft – und seine persönliche Leidenschaft dafür – wusste der steirische Künstler Josef Taucher zeitlebens bestens zu vereinen. Auf beiden Gebieten erwarb er sich nicht nur höchste Fachkenntnis, sondern auch verdiente Anerkennung. Am 23. März 2022 verstarb der Maler, Grafiker, Bildhauer und Mineraloge Josef Taucher in der Obersteiermark, die Wahlheimat seiner letzten Jahre. Beigesetzt wird er in seiner Heimat Weiz.

Josef Taucher wurde am 4. August 1948 in Weiz geboren, wo er auch aufwuchs und seine Lehre zum  Maschinenschlosser und Elektroschweißer absolvierte. Bereits in dieser Zeit begann seine Liebe zum Klettern – nicht nur die Weizklamm und Raabklamm wurden in jungen Jahren erkundet – unter den zahllosen Klettertouren im In- und Ausland konnte Taucher einige Erstbegehungen (z. B. 1971 die Torstein-Westwand am Dachstein) verzeichnen. Ob Eisklettern in der Pallavicinirinne am Großglockner oder die Drei Zinnen in Südtirol – sein Forschergeist ließ ihn den Stein nicht nur als Extremkletterer im wahrsten Sinne „begreifen“, er machte die Berge und Felsen auch sowohl in seiner Kunst als auch wissenschaftlich zum Inhalt seines Lebens.

 

„Es war die ultimative Freiheit!“
Josef Taucher über seine Zeit als Extremkletterer

 

1970 bis 1974 besuchte er die HTBLA Ortweinschule in Graz, wo in der Abteilung Malerei und Grafik die Forum-Stadtpark-Mitbegründer Herms Fritz und Richard Winkler als streitbare Lehrer und Förderer erlebte. Danach widmete sich Josef Taucher als freischaffender Künstler in erster Linie seiner Malerei und wurde Anfang der Achtziger Jahre als Vertreter der Neuen Österreichischen Malerei und Plastik international bekannt – mit Ausstellungen von Graz bis Los Angeles. Gegen den Zeitgeist der „Neuen Wilden“ waren seine Felsformationen zeitlos, konstant – er erforschte und fand eigene Maltechniken, spielte mit Perspektiven und Kunsthistoriker wie Werner Fenz und Wilfried Skreiner veröffentlichten Abhandlungen zu seinen ungewöhnlichen, „unromantischen“, dafür klaren, fast akribischen, magischen Bergansichten.
Neben Siegfried Anzinger, Hans Kupelwieser, Manfred Wakolbinger, Lois Weinberger und Erwin Wurm zählte er in den Achtziger Jahren auch zu den wesentlichen Repräsentanten der Neuen Bildhauerei in Österreich. 

„Kunst geht aus der Natur hervor.“
Josef Taucher

 

Ebenfalls in den Achtziger Jahren begann seine wissenschaftliche Arbeit in der Mineralogie – diese Leidenschaft teilte er mit seiner Lebenspartnerin, ebenfalls Mineralogin sowie Kristallographin Christine Elisabeth Hollerer. Mit ihr veröffentlichte er über viele Jahre wissenschaftliche Publikationen und entdeckte vier neue Minerale, an deren Strukturbestimmung er maßgeblich beteiligt war.

Mit Josef Tauchers Ableben geht ein großer heimischer Künstler, ein immer kritischer Geist der Kunstwelt verloren. Seine zahlreichen Werke auf dem Gebiet der Kunst und Wissenschaft bleiben bestehen.

www.joseftaucher.com

 

 

Kondolenz

EINMAL,

05.04.2022 um 16:34 Uhr von Christine Hollerer

Der Tod hatte Zulauf, 

verbargst du dich in mir. 

Paul Celan

Gedenkkerze

Christine

Entzündet am 04.04.2022 um 21:55 Uhr

J E T Z T KANNST DU MIT ALBRECHT DÜRER ZEICHNEN GEHEN ODER MIT MICHELANGELO STEINE IN DEN BACH WERFEN ODER MONTEVERDI ODER HAYDN ODER JIMMY HENDRIX SPIELEN DIR WAS VOR. Ich wünschte es Dir so sehr.

 

 

 

 

 

 

Weitere laden...